Hepatitis A
Ein Service der PRIMA-Apotheken. © Apotheker Büger, Nürnberg
Daten aus:Reise-Impfberatungsprogramm Büger DAZ-Software




HEPATITIS A (HA)

siehe auch zum Thema
   Hepatitis A-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/hepatitisa.htm
 Internet-Infos der DTG: www.tropmed.dtg.org/impfen/hep_a.htm
 des RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/HAV_LINK.HTM&1
 des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_hepatitis.htm
 der WHO: http://www.who.int/health_topics/hepatitis/en
 und des Deutschen Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/hepatitis_a_html
 STIKO: Hepatitis A
 Hepatitis A Aktivimpfung
 Extraberatungstext: Hepatitis A aktiv

Schutz der aktiven Impfung wahrscheinlich viel länger als laut Beipackzettel, man spricht von mind. 10 Jahren. Kurzschema möglich! Bei Last Minute Reisen kann die Impfung bis sehr nahe an den Reisebeginn herangeschoben werden. Nach Untersuchungen führt Simultanimpfung aktiv/passiv zu einer verminderten Antikörperbildung auf die aktive.
Alte (über 50) sind sehr oft (90%) immun, evt. vorher Titer bestimmen lassen (siehe unten "Immunität").
Bei kleinen Kindern unter 5 Jahren ist der Verlauf normalerweise harmlos und die durchgemachte Krankheit bringt lebenslangen Schutz, hier wird in der Regel nicht geimpft (außer es wird befürchtet, dass sie ihre Umgebung z.B. Großeltern anstecken könnten). Laut Beipackzettel werden Kinder erst ab 2 Jahren geimpft, lt. Studien ist auch eine Impfung ab 1 Jahr möglich, aber rein rechtlich eben nicht zugelassen!
Immunglobuline wirken übrigens überraschend lang. Nach Untersuchungen aus Tübingen ist bei Beriglobin neben dem passiven Schutz sogar eine kleine aktive Komponente vorhanden. Der früher für die Immunglobuline ins Feld geführte Schutz gegen andere Krankheiten wie Polio etc. kann allerdings nicht bestätigt werden.
Aktiver AKombi-Impfstoff ist inzwischen im Handel. Interessant ist, dass beim Kombi-Impfstoff die Immunantwort verglichen mit der HB allein auf B verbessert ist.

 Erreger
RNS-haltiges kubisches Virus (Enterovirus 72)

 Verbreitung
Die Häufigkeit von HA-Fällen hat in den letzten Jahren in den Ländern mit hohem Hygienestandard abgenommen. In Europa zeigen die Durchseuchungsraten ein deutliches Süd-Nord-Gefälle, wobei sich die HA in Mitteleuropa zur eigentlichen
Reisekrankheit entwickelt hat. Besonders problematisch ist die sinkende Durchseuchung in Mitteleuropa, Reisende in Entwicklungsländer können sich tendenziell immer weniger auf ihre natürliche Immunität verlassen.

 Ansteckungsmodus
Die Übertragung erfolgt besonders durch fäkal verunreinigte Lebensmittel oder Wasser, seltener als Schmutz- und Schmierinfektion. Besonderes Risiko beim Genuss von Muscheln, Austern und Schalentieren, Milch und kaltem Fleisch.

 Inkubationszeit
2-6 Wochen

 Immunität
Wahrscheinlich lebenslang, gerade bei Personen über 50 Jahren sollte vor einer aktiven oder passiven Impfung der Antikörpertiter bestimmt werden, da oft ein ausreichender Titer aufgrund einer in der Kindheit (Kriegs- und Nachkriegszeit) überstandenen Infektion vorliegt.

 Indikation
Nur bei speziell exponierten Personen (Laborpersonal, Reisende in Endemiegebiete). Evtl. auch für Heiminsassen und Beschäftigte in Lebensmittelbetrieben und Großküchen, Homosexuelle, Hämophile.

 Aktive Impfung
Siehe "Hepatitis A Aktivimpfung"

 Prophylaxe (passive Impfung)
Passive Immunisierung mit humanem Immunglobulin. Schutzdauer ca. 3 Monate bis 1/2 Jahr (Maximum in den ersten 4 Wochen). 2-ml- und 5-ml-Präparate verfügbar. Beide haben gewisse Vorteile.

 Krankheitsbild
Virusinfektion der Leber beginnt mit Fieber, Grippegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Nach wenigen Tagen beginnt meist die Phase der hepatitischen Organmanifestation: Ikterus (zuerst Gelbfärbung der Skleren, später der Haut), erneut Fieberanstieg. Stuhl wird hell, Urin bierbraun, Leber meist deutlich, Milz seltener vergrößert. Häufiges Begleitsymptom: Pruritus und flüchtige Exantheme. Dauerschäden kommen nicht vor (kein chronischer Verlauf wie bei der Hepatitis B). Bei Kindern oft leichter Verlauf, bei Erwachsenen Komplikationen und langer Verlauf möglich. Oft wird von Rezidiven nach ca. 12 Wochen berichtet.

 Diagnose
 Erregernachweis durch Mikroskopie und Serologie (im Serum, durch Leberbiopsie-Präparate und im Stuhl).
 Antikörpernachweis, Leberwerte u. a. Methoden.

 Therapie
 Unspezifisch: Symptomatisch; Bettruhe wenn nötig, Kalorienreiche Diät und Alkoholkarenz.
 Spezifische: Keine
 Keimträger/Ausscheider werden nicht behandelt.


« zurück zur Übersicht