Leishmaniose
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LEISHMANIOSE

siehe auch
EXTRA-BERATUNGSTEXT (LAIENTEXT) zum Thema Kala Azar
 Leishmaniasis viszerale-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/leishman_vis.htm
Vgl. auch Internet-Infos des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_leishmania.htm
und der WHO: http://www.who.int/health_topics/leishmaniasis/en

     A) KALA AZAR (Viszerale Leishmaniose)
     B) ORIENTBEULE oder Aleppobeule
     C) AMERIKANISCHE HAUT- UND SCHLEIMHAUTLEISHMANIOSE

 Erreger
     Kala Azar: Leishmania infantum und L. donovani
     Orientbeule: L. tropica und major (Kutane Leishmaniose).
     Amerikanische Haut- und Schleimhautleishmaniose: L. braziliensis und mexicana

 Verbreitung
     Kala Azar (Kala: schwarz, Azar: Krankheit): Herdförmig in Mittel- und Südamerika, Europa, Afrika und Asien (bes. in warmen und trockenen Gebieten). Vor allem in Indien, Bangladesh, Brasilien, Nepal und im Sudan. Jährlich ca. eine halbe Million Neuerkrankungen, 60.000 versterben. In den Mittelmeer-Anrainerstaaten Europas jährlich ca. 1.000 Neuerkrankungen.
     Orientbeule: Verbreitungsgebiet wie Kala Azar
     Amerik. L.: Mexiko bis Nordargentinien

 Ansteckungsmodus
Oft Sekundärinfektion bei HIV-Patienten.
Leishmanien werden durch nachtaktive weibl. Schmetterlingsmücken (Phlebotomen - Sandfliegen) übertragen. Sie stechen meist in der Nähe des Bodens. Über den Stechrüssel gelangen die in der Mücke zu begeißelten, promastigoten Formen entwickelten Leishmanien bei der Blutmahlzeit in den Endwirt. Dort weden sie in wenigen Stunden von Makrophagen phagozytiert, wo sie sich in kurzer Zeit in amastigote Formen weiterentwickeln und vermehren, bis die Zelle platzt.

  Prophylaxe
     Wirksame Chemoprophylaxe nicht verfügbar
     Insektizide gegen Überträgermücken und ihre Brutstätten
     Umgebung sauber halten
     Nicht auf dem Boden schlafen

 Krankheitsbild
     Kala Azar: die Viszerale Leishmaniose, die gefährlichste Form der Leishmaniasen, betrifft innere Organe, selten die Haut. Erreger breiten sich in Zellen des retikulohistiozytären Systems der inneren Organe aus. An der Einstichstelle können sich juckende Papeln entwickeln, zum Teil mit zentraler Nekrose (=Primäreffekt, Leishmaniom). Vom Primärherd aus gelangen die Leishmanien über das Blut in verschiedene Organe, besonders Milz, Leber, Knochenmark und Lymphknoten. Inkubationszeit 2 Wochen - mehrere Monate. Die Krankheit verläuft oft schleichend mit unterschiedlich langen Fieberschüben, später mit Kachexie. Meist Splenomegalie, Heptomegalie, Bronchitiden, Magen-Darm-Beschwerden, Leukopenie, Anämie und starke Vermehrung der Gamma-Globulinfraktion. Im fortgeschrittenen Stadium erscheint die Haut trocken und blass mit dunklen Pigmentierungen (daher der Name: Kala Azar - Schwarze Krankheit).
Reservoirwirte: Hund und andere Karnivoren (L. infantum undchagasi) und der Mensch (L. donovani).
     Orientbeule: harmloseste Form der Leishmaniasen. Vermehrung bleibt meist auf den Infektionsort in der Haut beschränkt. Entwicklung trockener oder später geschwürig zerfallender Papeln, deren Ausheilung oft bis zu einem Jahr braucht (heißt auch "Jahresbeule"). Nur selten Ausbreitung der Erreger in die Lymphknoten; Heilung unter Narbenbildung; solide Immunitätsentwicklung.
     Amerikanische L.: Pathologische Stadien entsprechen denen der Orientbeule mit Tendenz zur Ausbreitung in die Schleimhäute und zu starker Gewebszerstörung.
Reservoirwirte: bes. Nagetiere.

 Diagnose
     Kala Azar: Erregernachweis durch Giemsa-gefärbte Ausstriche oder Kulturen aus Punktionsmaterial von Knochenmark, Leber oder Milz und Antikörpernachweis im Serum.
     Hautleishmaniose: Klinische Diagnose, Erregernachweis in Ausstrichen und/oder Kulturen.

 Therapie
Injizierte Antimonpräparate (Pentostam, Glucantime), aromatische Diamidine (Lomidine); bei Hautleishmaniosen auch Amphotericin B.

Seit 2002 steht gegen Kalar Azar Miltefosin (als Impavido® in Indien zugelassen) als orale Therapie zur Verfügung. Es soll in bis zu 95% der Erkrankungen heilen.


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