Pest
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PEST


 Pest-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/pest.htm
Vgl. auch Internet-Infos
des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_plague.htm
des RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/BIOTERROR/PEST.HTM&1
und der WHO: http://www.who.int/health_topics/plague/en

zum Thema siehe auch  Madagaskar (als Beispielland)
   Extra-Beratungstext Pest
 

 Erreger
Yersinia pestis (Bakterien)

 Verbreitung
Endemisch in Südostasien (bes. Vietnam und Myanmar), Iran, Indien, Mongolei, Südchina, Zentral- und Südafrika (Kongo, Tansania und Madagaskar), tropisches Mittel- und Südamerika (Brasilien, Peru, Bolivien und Ecuador). Einige Pestherde im Süden der USA.

 Ansteckungsmodus
Infektionsquelle in meist abgelegenen Gebieten sind besonders kranke Nager (z.B. Ratten), seltener erkrankte Menschen. Die Übertragung erfolgt meist indirekt, wobei Flöhe als Vektoren dienen. Der normale Tourist wird nur äußert selten in Kontakt mit dem Pestfloh geraten! Eine Übertragung durch direkten Kontakt mit wildlebenden Nagern (Waldpest z.B. durch Murmeltiere in Mongolei) ist ebenfalls möglich. Lungenpest kann außerdem über eine Tröpfcheninfektion durch Aushusten übertragen werden.

 Inkubationszeit
Bubonenpest (Beulenpest) 2-12 Tage, Lungenpest 1-2 Tage.

 Immunität
Meist langdauernd nach erfolgter Erkrankung.

 Krankheitsbild
Von der Eintrittsstelle aus wandert der Erreger in die regionären Lymphknoten, in denen er sich vermehrt (Starke Lymphknotenschwellung meist in der Leistengegend). 2-5 Tage nach Infektion entstehen hämorrhagisch veränderte, deshalb bläulich verfärbte, geschwollene Lymphknoten (Bubonen). Daneben sind ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Schüttelfrost und schweres Krankheitsgefühl weitere klinische Symptome. Über 90% der Pestfälle verlaufen als Beulenpest; in 50-90% der unbehandelten Fälle kommt es dabei zu einem Einbruch in die Blutbahn, was eine Sepsis zur Folge hat. Während einer solchen kann eine Absiedlung der Erreger in viele Organe eintreten, so dass es sekundär zu einer Lungenpest mit blutigem, bakterienreichem, hochinfektiösen Sputum kommt. Kontakt mit solchen Erkrankten kann durch Tröpfcheninfektion zu einer primären Lungenpest führen, die unbehandelt eine fast 100%ige Letalität aufweist.

 Diagnose
 Erregernachweis durch Mikroskopie, Kultur und Serologie (aus Blut, Buboneneiter, Sputum).
 Antikörpernachweis

  Prophylaxe
 Impfprophylaxe mit Impfstoffen aus inaktivierten oder abgeschwächten Erregern (unüblich!).
 Tertracyclin vorbeugend (nur bei Pflegern von Pest-Erkrankten)
 Passive Immunisierung: Keine
 Allgemeinhygienische Maßnahmen, Desinfektion. Bekämpfung von Körper- und Wohnungsungeziefer mit Kontaktinsektiziden, Rattenvertilgung.

 Therapie
 Spez.: So bald als möglich Beginn mit Antibiotika: Streptomycin, Tetracyclin (schlechter: Doxycyclin), Chloramphenicol.
 Unspez.: Symptomatisch; Kardiaka, bei psychotisch-deliranten Patienten Sedativa.


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