SARS
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SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)

Vgl. auch: 
     Aktuelle Informationen des Auswärtigen Amts Deutschland: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/sars_html
     Aktuelle Informationen des Bundes-Gesundheits-Amts Schweiz: http://www.bag.admin.ch/infekt/d/sars.htm
     Informationen vom RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/ARSUU.HTM&1
     Vorlesung über Medizinische Virologie: http://www.vetvir.unizh.ch/Lehre/pdf_files/Vi_Fam0203.pdf
     Sammlung des ZDF http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,2040032,00.html 
     Übersicht der BBC: http://news.bbc.co.uk/1/hi/health/2969247.stm
     Übersicht des Yale-Centers: http://yaleglobal.yale.edu/reports/images/SARS_MAP1.jpg

SARS (schweres akutes Atemwegssyndrom unbekannter Ursache) ist eine neue Erkrankung. Ursache ist das "SARS associated Coronavirus (SARS-CoV)", mutierte Coronaviren, zunächst hatte man Clamydien und Paramyxoviren vermutet. Eine Rolle könnten Zibetkatzen spielen, die in Südchina als Delikatesse verspeist werden, von ihnen stammen evtl. die SARS-Viren. China hat den Verzehr dieser Tiere deshalb verboten. Auch bei Waschbären und Ratten (Anfang Januar 2004 in Guangzhou) wurden die Viren entdeckt.
SARS war zum ersten Mal Ende 2002 in Südchina (Provinz Guangdong) aufgetreten und hatte sich dann ab März 2003 u.a. nach Hongkong, Singapur, Hanoi, Kanada und Taiwan verbreitet. Danach Einzelfälle über die ganze Erde verstreut, aktualisierte Infos unter http://www.who.int/csr/sars/en/
Das Infektionsrisiko gilt aber insgesamt als relativ gering.

Mutation 
Die in den verschiedenen Ländern seqenzierten genetischen Codes der Coronaviren weisen Unterschiede auf. Dies ist ein Beleg für die Mutations-Fähigkeit der Viren.  Allerdings scheinen die Hauptsequenzen des genetischen Codes stabil.
Damit wäre die Entwicklung eines Impfstoffes (gegenwärtig wird an der Entwicklung von einer Forschergrupe aus Hongkong und China gearbeitet) nicht wesentlich - wie ursprünglich befürchtet - erschwert.

Nachweis
In der Regel über das Elektronenmikroskop und Antikörpertest.
Ein Schnelltest auf die Viren-RNA per Polymerase Kettenreaktion (PCR) ist inzwischen verfügbar, z.B. vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Er weist in zwei bis sechs Stunden das Virus nach und ist deshalb nur bei Personen mit klinischen Symptomen sinnvoll. Personen ohne klinische Symptome müssen ja nicht zwangsläufig erkranken und sind nach bisherigem Erkenntnisstand auch nicht ansteckend. Nachteilig ist, dass die Infektion trotz eindeutiger SARS-Symptome nicht immer sicher nachgewiesen werden kann.
Neu ist ein Immunfluoreszenztest auf SARS-Antikörper, den u.a. das RKI entwickelt hat. Er hat den Vorteil, dass eine klinische Diagnose von SARS auf Grund vergleichbarer Symptomatik, aber durch andere Erreger verursacht, abgeklärt werden kann. 

Vorsorge 
Meiden von Menschenansammlungen, Tragen von Mund- und Nasenschutz (das RKI empfiehlt Schutzklasse FFP 1, der Wert dieser Maßnahme ist allerdings unklar, gegen wässrige Aerosole wie bei SARS müßte es eigentlich Schutzklasse FFP 3 sein. Die WHO empfiehlt für den Umgang mit SARS-Patienten in der Klinik (!) Schutzklasse FFP 2 oder 3), kein Händeschütteln, häufiges Händewaschen. Bereits gewöhnliche Desinfektionsmittel töten die Viren ab. Genauso Temperaturen über 56° Celsius.

Impfung
An der Impfstoff-Entwicklung arbeiten mehrere Arbeitsgruppen von unterschiedlichen Firmen, er dürfte aber (Stand Ende 2004) frühestens 2005 verfügbar sein.
Mitte 2004 wurde in Peking erstmals ein zuvor an Tieren erprobter Impfstoff an Menschen getestet. Ende 2003 wurde der am weitesten entwickelte Impfstoff (Paul Robbins, Universität Pittsburgh) erstmals an Rhesus-Affen getestet. Es konnte eine Immunität erreicht werden. Für den Impfstoff wurden Schnupfenviren verwendet, in die Teile des Genoms der SARS-Erreger eingebracht worden waren.

Krankheitsbild (leicht mit Virus-Grippe verwechselbar)
1. hohes Fieber über 38 Grad Celsius und
2. Husten, Atemnot, Kurzatmigkeit oder andere Atembeschwerden, (evtl. zusammen mit zusätzlichen Zeichen wie z.B. Hals-, Muskel oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall)
Später kommt es dann zu einer Lungenentzündung.
Neue Erkenntnisse legen die Vermutung nahe, dass die Viren infolge einer Mutation vermehrt zu Durchfällen führen. Manchmal werden als Komplikation auch Nieren- bzw. Organversagen beobachtet. Auch das Immun- und das Lymph-System werden angegriffen
SARS endet bei ca. 5% (nach neueren Erkenntnissen sogar 20%, bei Patienten über 60 sogar 40%) der Erkrankten tödlich.

Therapie
Unterstützend, Ribavirin (8 mg/kg KG i.v. 3x tgl. oder 1,2 g oral 2x tgl., 7 bis 14 Tage lang) evtl. in Kombination mit hochdosierten Corticosteroiden (Hydrocortison, Methylprednisolon)
Mitte Juni 2003 wurde im "The Lancet" eine Studie publiziert, dass Glycyrrhizin, das aus Süßholzwurzel gewonnen wird, das Virenwachstum nachhaltiger als Ribavirin zu hemmen scheint. Die Replikations-hemmende Eigenschaft des Wirkstoffs wurde schon bei anderen Virus-Erkrankungen nachgewiesen.

Übertragung
Vor allem durch Tröpfchen-Infektion (Husten und Niesen). Wahrscheinlich ist auch eine Übertragung durch die Fäkalien (Wasser/Abwasser oder Schmierinfektion). Die Viren sind relativ unempfindlich, sie bleiben wahrscheinlich ca. 24 Stunden außerhalb des Körpers infektiös, zunächst hatte man angenommen, es seinen nur ca. 3 Stunden.
Im Stuhl von Erkrankten bleiben die Viren sogar bis zu ca. 4 Tage infektiös. Ehemals Erkrankte können nach der Gesundung evtl. über Wochen weiter infektiöse Viren ausscheiden.
Weiter wird diskutiert, ob sogenannte "superspreader" die Viren leichter übertragen als die Normal-Bevölkerung.
In der Klinik Übertragung durch Aerosole, die bei der Behandlung (z.B. Absaugen von Schleim, Intubation) oder Bronchoskopie etc. entsehen können.
Möglich ist auch eine Übertragung durch Blutkonserven.

Inkubationszeit
2-7, manchmal bis 11, im Durchschnitt 6,5 Tage. Der Erkrankte ist wahrscheinlich erst nach Ausbruch der Symptome ansteckend.


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