Schlafkrankheit
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SCHLAFKRANKHEIT / AFRIKANISCHE TRYPANOSOMIASIS


zum Thema siehe auch  EXTRA-BERATUNGSTEXT (LAIENTEXT) Schlafkrankheit 
                                   
Vgl. auch Schlafkrankheit-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/schlafkrankheit.htm
Vgl. auch Internet-Infos des CDC:
http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_a_sleeping_sickness.htm
http://www.cdc.gov/ncidod/dpd/parasites/trypanosomiasis/factsht_ea_trypanosomiasis.htm
http://www.cdc.gov/ncidod/dpd/parasites/trypanosomiasis/factsht_wa_trypanosomiasis.htm
und der WHO: http://www.who.int/health_topics/trypanosomiasis_african/en

Erreger
Trypanosoma brucei gambiense, Trypanosoma brucei rhodesiense (Einzeller, Protozoen)

Verbreitung
Ausschließlich in Afrika in meist entlegenen Gebieten. Die T. gambiense Art kommt in West- und Zentralafrika (Angola, Zaire, Nordwest-Uganda, West-Sudan) vor. Die dadurch verursachte "westafrikanische Form" verläuft weniger schnell und dramatisch als die durch T. rhodesiense verursachte "ostafrikanische Form" (im südlichen und Ostafrika: im Westen bis Botswana, Sambia, Südost-Zaire, Süd- und Ost-Uganda, Ostsudan). Die Grenzen sind fließend, z.B. in Westkenia kommen beide Formen vor. Lt. WHO werden jährlich 45.000 Neuinfektionen geschätzt, es werden aber auch 10-fach so hohe Zahlen genannt (ca. 60 Mio Menschen leben in Risikogebieten).

Ansteckungsmodus
Keine große Ansteckungsgefahr für Touristen (Vorsicht bei Safaris). Übertragung erfolgt durch verschiedene infizierte blutsaugende Tsetsefliegen (Gattung Glossina). Reservoir bei der westafrikanischen Form ist der Mensch und manchmal Schweine. Bei der ostafrikanischen Form (Zoonose) vor allem Tiere (Antilopen, Schafe, Ziegen, Rinder etc.).

Inkubationszeit
3 Tage bis 4 Wochen (T. rhodesiense) zwischen dem Stich und der Parasitämie (Übergang der Erreger ins Blut). Bei T. gambiense kann die Inkubationszeit wesentlich länger (Monate) sein.

Krankheitsbild
 Nach dem schmerzhaften Stich der Tsetse-Fliege entwickelt sich am Einstichkanal als Primärläsion innerhalb eines Tages eine schmerzhafte und langwierige Hautentzündung - der Trypanonosomenschanker. Von dieser Stelle aus verbreiten sich in 7-9 Tagen die Erreger im regionalen Lymphsystem (Lymphknotenschwellung), oft sind die Hals-Lymphknoten tastbar.
 Anschließlich erfolgt der Übergang ins Blut (Parasitämie) und ins gesamte Lymphsystem (generalisierte Lymphadenopathie), der (bei Nicht-Immunen) von einer deutlichen Allgemeininfektion (Kopf- und Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, unregelmäßigem Fieber und Abgeschlagenheit) und evtl. Befall innerer Organe begleitet ist. Am Ende der 2. Phase lässt die akuten Infektion nach, es bleiben diffuse starke Kopfschmerzen, Tachykardien, gelegentliches Fieber.
 4-6 Monate nach der Infektion beginnt die eigentliche Schlafkrankheit (Meningoenzephalitis) mit Befall der Zerebrospinalflüssigkeit, die in der Regel zu Verwirrtheitszuständen, Persönlichkeitsveränderungen, Kräfteverfall, Apathie und Tod führt. Sie kann Jahre dauern.

Besonderheiten der "ostafrikanischen Form"
Das Krankheitsbild zeigt auch 3 Phasen, aber der Verlauf ist drastischer: Die Meningoenzephalitis tritt oft schon nach einigen Wochen auf, tödliche Herzkomplikationen sind sehr häufig. Die Krankheit dauert insgesamt wesentlich kürzer (ca. 3-6 Monate).

Diagnose
 Erregernachweis (zu Beginn auch an der Stichstelle) durch Mikroskopie, Kultur und Tierversuch aus Lymphknotenaspirat, Blut oder Liquor.
 Antikörpernachweis im Serum (IgM und IgG)

Prophylaxe
 Der übliche Insektenschutz auch tagsüber
 Pentamidin wird gelegentlich zur Massen-Chemoprophylaxe empfohlen (nicht für Individualreisenden)
 Vernichtung der Tsetsefliege mit Residualinsektiziden, Ausschaltung der tierischen Erregerreservoirs soweit möglich. Viel werden auch Insektizid-imprägnierte Fallen oder durch Duftstoffe bzw. Bewegung anlockende Klebefallen verwendet.
 Impfprophylaxe und passive Immunisierung nicht verfügbar

Therapie
 Im Frühstadium: Suramin i.v. (beide Formen) bzw. Pentamidin (nur T. gambiense).
 Unspez.: Symptomatisch


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