Chagas-Krankheit
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 Chagas-Krankheit

siehe auch zum Thema
    Extra-Beratungstext Chagas-Krankheit 
    Chagas-Krankheit WHO 95
    Chagas-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/chagas.htm
    Vgl. auch Internet-Infos des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_chagas.htm

    und der WHO: http://www.who.int/health_topics/chagas_disease/en

 Erreger
Trypanosoma cruzi (begeißelte Einzeller)

 Verbreitung
Ärmere Bevölkerung in ländlichen und städtischen Gebiete ausschließlich im tropischen Lateinamerika (ohne Karibik).

 Reservoir
Mensch und viele Tiere: z.B. Kunde, Katzen, Ratten, Opposums, Fledermäuse

 Übertragung
Durch den Kot der weiblichen Raubwanzen (Triatoma sp.), die in rissigen Wänden und Dächern von primitiven Häusern oder Hütten leben und nachts Blut saugen. Eintrittspforte ist der Bisskanal, aber auch Schleimhäute (Augen), die mit verunreinigten Händen gerieben werden.
Selten durch Blutübertragung oder Muttermilch.

 Krankheitsbild (3 Varianten)
Nur wenige infizierte erkranken akut, noch seltener ist der chronische Verlauf.
    Akute Erkrankung (betrifft meist Kinder): Nach 5-30 Tagen ödematöse Schwellung (Chagom) am Einstich bzw. bei Infektion über Einreiben in die Augen einseitiges Oberlidödem (Romana-Zeichen) mit jeweils örtlicher Lymphknotenschwellung. Dann Fieber in der Regel ohne Parasitämie (-> schwer zu diagnostizieren).
Es kann zum generalisierten Exanthem kommen. Komplikationen sind Meningoenzephalitis und Myokarditis, die tödlich verlaufen können.
    Chronische Erkrankung: 10-30 Jahre nach der akuten Erkrankung Befall von Hohlorganen mit glatter Muskulatur ("Mega"-Bildungen im Gastro-Intestinal-Trakt: z.B. Megaösophagus und Megacolon) sind Folgen der intrazellulären Vermehrung von T. cruzi.
Soweit das Herz betroffen (akute Myokarditis, chronische Kardiomyopathie, Herzdilatation), nicht selten tödlicher Ausgang.
    Indeterminierte Form: Infektion persisitiert, weil Immunsystem sich mit den Parasiten "arrangiert" hat und verläuft asymptomatisch.

 Diagnose
    Parasitennachweis im Blut (im akuten Stadium)
    Antikörpernachweis im Serum
    Die Xenodiagnose legt gesunde Raubwanzen zum Saugen an und weist ggf. die Trypanosomen dann im Kot nach.

  Prophylaxe
Meiden oder Sanieren (alle Ritzen und Hohlräume verputzen) der wanzenverseuchten Behausungen. Einhalten eines konsequenten Insektenschutzes (manche Arten können auch fliegen) incl. Ausräuchern mit Insektiziden, vor allem Moskitonetz. Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung.

 Therapie
Nifurtimox, im akuten Stadium Benznidazol Versuche mit Allopurinol
Chronische Form: symptomatisch, Megabildungen chirurgisch


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